Projekt „Friedhof Laudenbach - Jüdische Lebensgeschichten der Region“
Der jüdische Friedhof in Laudenbach ist eines der bedeutendsten Denkmäler in Main-Spessart und war lange Zeit die zentrale jüdische Begräbnisstätte für weite Teile des heutigen Landkreises. Dies ist auch ein Grund dafür, daß der Landkreis sich durch dieses Projekt dieser wichtigen kulturellen Stätte widmet. Darüber hinaus ist der Friedhof mit 2447 erhaltenen Grabsteinen der zweitgrößte jüdische Friedhof in Unterfranken und vermutlich ganz Bayerns und damit ohne Zweifel von überregionaler Bedeutung.
Der Landkreis habe sich mit dem Projekt folgende Ziele gesetzt:
- Die wissenschaftliche Aufarbeitung der verbliebenen Zeugnisse soll weiter vorangebracht werden. Dies wird vor allem auch die ehrenamtliche Arbeit des „Fördervereins ehemalige Synagoge Laudenbach e.V.“ nutzen, begleiten und fortführen, der bspw. in den vergangenen Jahren die Grabsteininschriften fotographisch erfaßt hat, bevor die fortschreitende Verwitterung diese noch weiter unkenntlich macht.
- Die daraus gewonnen Erkenntnisse über einzelne Lebensgeschichten jüdischer Bürger in der Region und über das Zusammenleben der jüdischen und nichtjüdischen Bürger im Bereich des heutigen Main-Spessart im Laufe der vergangenen Jahrhunderte soll den Bürgern und auswärtigen Besuchern zeitgemäß vermittelt werden.
- Insgesamt soll das Interesse für den jüdischen Friedhof sowie für die übrigen in Laudenbach vorhandenen Zeugnisse jüdischen Lebens (Synagoge, Mikwe, Matzenbäckerei u.a.) in Laudenbach und in der gesamten Region (Synagoge Arnstein, Laubhütte Zell a. Main, Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim u.a.) weiter gestärkt werden.
Hierzu sind folgende Projektbestandteile vorgesehen:
- Transkription/Übersetzung der Grabsteininschriften
- Überführung der Daten in die Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege
- Drohnenüberflug
- Errichtung einer Schutzhütte inkl. Informationsmaterial
- Erstellung einer digitalen Karte
- Bündelung der Informationen in der „KulturApp“ des Landkreises
- „Informationszentrum“ jüdische Geschichte in Main-Spessart
- Synergien zu den Schulen im Landkreis vorhanden (s.h. P-Seminar)
Im Zuge des LEADER-Projekts soll dabei die Transkription, die ein Fachbüro übernehmen wird, die Errichtung des Informations-Pavillons und die Erstellung entsprechenden Informationsmaterials durch LEADER gefördert werden.
Die Ergebnisse der Transkription werden zusammen mit den schon vom Förderverein und dem Landesamt für Denkmalpflege erarbeiteten Erkenntnissen ausgewertet sowie mittels des Info-Materials und in der zukünftigen Kultur-App des Landkreises den Bürger nähergebracht werden.
Die LAG Wein, Wald, Wasser stellt für das Projekt bis zu € 144.398,97 aus ihrem LEADER-Etat zur Verfügung.
Das Projekt wurde am 17.07.2025 vom Lenkungsausschuß beschlossen.
HZ 4.2: Förderung der regionalen Identität und der Kenntnisse über das historische Erbe der Region;
HZ 4.1: Ausbau und Vernetzung des Naherholungs- und Tourismusangebots;
HZ 4.4: Erhaltung des intakten sozialen Umfelds und Förderung des ehrenamtlichen Engagements;
HZ 4.5: Verbesserung des Bildungs-, Kunst- und Kulturangebots der Region;



