Wanderausstellung "Wenn die Alten erzählen – Dialekt und Lebensart in Unterfranken"

Damit die Mundart erhalten bleibt

 

Ein Verein engagiert sich für den Erhalt der unterfränkischen Sprache und Lebensart

 

"Unterfränkisch - des gibt's doch gar nid." Mit dieser Feststellung mussten sich die Aktiven des Vereins zur Bewahrung des unterfränkischen Dialektes oft auseinandersetzen, als sie mit ihrer Mundart-Kinotour und dem Dialektfilm "Der Brandners Kischper" im vergangenen Jahr durch den Bezirk reisten. "Ist der Dialekt reif fürs Museum?" und "Mundart ist permanent im Wandel" waren oft gehörte Argumente, die in Gesprächen immer wieder vorgebracht wurden. Und doch sehen die Vereinsverantwortlichen dringenden Handlungsbedarf die Sprache, das tradierte Wissen und die Lebensgewohnheiten ihrer Region zu dokumentieren und weiterzutragen.

 

Am Beispiel der Region Werntal-Bachgrund, und stellvertretend für viele Dörfer und Gemeinden will der Verein aufzeigen, wie Sprache und Wissen lebendig gehalten werden können. Mit der prominenten Internetadresse unterfränkisch.de und verschiedenen medienwirksamen Aktionen möchte der Verein ganz bewusst die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken, um im ganzen Bezirk Gleichgesinnte und Nachahmer zu finden. "Die Zeit drängt. Durch unserem Ort verläuft eine Dialektgrenze zwischen den Generationen. Unter 40jährige sprechen den Ortsdialekt nicht mehr, während die Älteren sich ganz selbstverständlich in Mundart unterhalten. Wie das in wenigen Jahren aussieht ist abzusehen." sagt der Vereinsvorsitzende Benedikt Feser und fügt hinzu: "Das ist nicht nur bei uns so. Diese Entwicklung ist in allen Dörfern und kleineren Städten Unterfrankens vergleichbar."

 

Dialekt auf Wanderschaft

 

Genau hier setzt das aktuelle Projekt des Vereins an. Am Sonntag, den 2. Juli 2017 ging die Wanderausstellung "Wenn die Alten erzählen – Dialekt und Lebensart in Unterfranken" auf  Reisen. Im Freilandmuseum Fladungen wird sie bis einschließlich 2. November 2017 zu sehen sein. Danach folgt die Reise durch den Bezirk.

 

In der Ausstellung berichten verschiedene Gewährspersonen über die Kindheit, ihre Jugend, das Erwachsensein und das Alter. Von ihrem Leben mit der Natur, dem Alltag in dörflicher Gemeinschaft und der Arbeit in Haushalt, Landwirtschaft und Handwerk. Fotos und Dialektbegriffe aus dem Lebensumfeld unserer Erzähler verbildlichen das Gehörte. Frau Dr. Monika Fritz-Scheuplein vom UDI erweitert das Spektrum der Ausstellung mit ihrem Beitrag aus Sicht der Sprachwissenschaft. Die Wanderausstellung „Wenn die Alten erzählen“ versteht sich als Plädoyer für das Bewahrenswerte im Wandel und ist ein Bekenntnis zum „Lebensraum Land“.

 

Haus des Dialektes

 

Ein Hauptziel des Vereins ist es, das Haus des Dialektes zu errichten. Ein Treffpunkt für Dialektinteressierte, Schulklassen, Touristen und Ausflügler aus Nah und Fern. Neben einigen Räumen mit klassischem Museumsinterieur soll das Haus mit Leben gefüllt werden: Mundartabende und Konzerte, Dialektkino, Lesungen und Führungen, baurisches Kochen. Das Wissen um Landwirtschaft, Handwerk und dörfliche Kultur soll weitergegeben und in Bezug zur regionalen Sprache und Lebensart gebracht werden.
 


In den Vorplanung des Vereins soll der ehemalige Gasthof „Zum schwarzen Adler“ in Büchold das Haus des Dialektes beherbergen. Der Erwerb der Immobilie durch die Stadt Arnstein steht kurz bevor.  Büchold selbst ist als geografischer Mittelpunkt Unterfrankens für die Dialektinteressierten aus dem gesamten Regierungsbezirks gleich gut zu erreichen. Die Idee und das vorläufige Nutzungskonzept finden in der Bevölkerung, bei öffentlichen Institutionen und bei Pressevertretern großes Interesse und starken Zuspruch. Auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Unterfränkischen Dialektinstitut der Universität Würzburg ist angedacht. Teile der umfangreiche wissenschaftlichen Sammlung des Instituts könnten sehr gut in das Nutzungskonzept integriert werden. Das Haus wäre das erste seiner Art und hätte für viele andere Regionen Modellcharakter.
 


Der Verein freut sich auf erfolgreiche und spannende Projekte und wünscht sich viele begeisterte Unterstützer, um am Haus des Dialektes weiterbauen. So kann für die Sprache und die Lebensart unserer Region eine Ort der Begegnung und eine Heimstatt geschaffen werden – über Dorf- und Kreisgrenzen hinaus.

 



Wanderausstellung
Wenn die Alten erzählen – Dialekt und Lebensart in Unterfranken
Fränkisches Freilandmuseum Fladungen
Bahnhofstraße 19
97650 Fladungen
www.freilandmuseum-fladungen.de


Verein zur Bewahrung des unterfränkischen Dialektes

Brackenstraße 12

97450 Arnstein-Büchold

www.unterfränkisch.de
infoatunterfraenkisch [dot] de

Erscheinungsdatum: